1. Semester

1. Semester

Modul 1: Rahmenbedingungen der Stadt- und Immobilienentwicklung (5 CP)

  • „„Rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen
  • „„Strategien, Herausforderungen und Megatrends
  • „„Rollen und Ziele der Akteure

Die Stadtentwicklung Europas ist in den letzten Jahrzehnten geprägt durch ein Nebeneinander und eine Gleichzeitigkeit von Schrumpfung und Abstieg auf der einen sowie Wohlstand und Wachstum auf der anderen Seite. Ursachen für diese Entwicklung sind die mit globalen Trends oftmals verknüpften großräumigen Verlagerungen von ökonomischen Aktivitäten, Arbeitsplätzen, tertiärwirtschaftlichen Funktionen und auch Bevölkerung. Der zunehmende Standortwettbewerb in Europa zwingt daher große wie kleine Städte kontinuierlich zur Entwicklung und zum Einsatz neuer Planungsstrategien und -instrumente. Besondere Herausforderungen bestehen zusätzlich in der Anpassung der teuren und langfristigen Infrastruktur an die Veränderungen aus der demografischen Entwicklung und dem Klimawandel. Dieses Modul vermittelt die rechtlichen Rahmenbedinungen und Trends der Stadt- und Immobilienentwicklung, geht auf die daraus entstehenden Herausforderungen sowie mögliche Anpassungsstrategien ein und beschreibt die daraus abgeleiteten Aufgaben und Profile der handelnden Akteure.

 

Modul 2: Strategien der Stadtentwicklung (5 CP)

  • „„Funktion, Bedeutung und Rolle von Leitbildern
  • „„Strategische Instrumente und Bausteine
  • „„Strategietypen

Die europäische Stadtentwicklung wird in Zukunft vor allem im Bestand stattfinden. Eine raumgreifende Suburbanisierung, wie sie die Industriestaaten in den letzten 50 Jahren erlebt haben, gilt angesichts von Ressourcenschutz und demographischem Wandel als Auslaufmodell. Und auch in den aufstrebenden Ökonomien Asiens und Lateinamerikas wächst das Bewusstsein, schonend mit Fläche und Bestand umzugehen. Redevelopment greift diese globale Entwicklung auf und steht für Konzepte, bestehende unternutzte Stadtstrukturen zu neuer nachhaltiger Qualität zu führen. Der Abschied vom Bauen auf der grünen Wiese erfordert besondere Kenntnisse und Fähigkeiten: einen geschärften Blick für die Potentiale des Bestandes, Kreativität im Umgang mit der Ressource Zeit und vor allem integrierendes Wissen, um ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen gleichermaßen gerecht zu werden. Das Modul Strategien der Stadtentwicklung stellt dafür Hintergründe, Werkzeuge und Praxisbeispiele bereit.

 

Modul 3: Ressource Fläche und Gebäude (5 CP)

  • „„Methoden und Techniken des Umgangs mit Ressourcen
  • „„Strukturieren und Erfassen von Ressourcen

Redevelopment findet fast ausnahmslos auf bereits vorgenutzten Flächen statt. Deshalb sind Strategien und Techniken zur Beurteilung sowie zur Sanierung von Bodenkontaminationen (Altlasten, schädliche Bodenveränderungen) und Bauwerksbelastungen unabdingbares Handwerkszeug im Flächenrecycling, insbesondere vor dem Hintergrund der notwendigen Kommunikation mit Spezialisten und weiteren Akteuren.

Das Modul vermittelt daher Methoden, Techniken, Bewertungsgrundlagen sowie rechtliche Rahmenbedingungen des Umgangs mit Bodenbelastungen und Schadstoffen in Gebäuden sowie das Vokabular zur fachgerechten Kommunikation mit den Akteuren im Redevelopment. Trainiert wird das Entwerfen, Kommunizieren und planerische Umsetzen von Strategien und das Anwenden von Instrumenten zum nachhaltigen Flächenrecycling unter Berücksichtigung von Sanierungsmethoden für Bodenkontaminationen und Bauwerksbelastungen.

 

Modul 4: Ressourcenbewertung und Entwicklung von Nutzungskonzepten (5 CP)

  • „„Methoden zur Bewertung von Ressourcen
  • „„Bewertung von Nutzungskonzepten
  • „„Entwicklung immobilienspezifischer Nutzungskonzepte

Das Redevelopment industrieller Brachflächen basiert als Handlungsfeld nachhaltiger Stadtentwicklung auf ganzheitlichen, querschnittsorientierten Planungen. Dies liegt insbesondere an der Vielschichtigkeit und der Komplexität der Projektentwicklung vorgenutzter Standorte. Hinzu kommen eine sich weiter verstärkende kommunale Finanznot sowie wachsende Ansprüche der Bürgerpartizipation, die fach- und marktgerechte Nutzungskonzepte unabdingbar erscheinen lassen. Ein optimales Ergebnis lässt sich nur dann erzielen, wenn alle Planungsdisziplinen im Rahmen eines integrativen Konzeptes unter klaren Zielvorgaben und unter Berücksichtigung aller Standortressourcen aufeinander abgestimmt werden. Spezifische Lage, infrastrukturelle Anbindung und Umfeldfaktoren beeinflussen maßgeblich das Programm ökonomisch sinnvoller Nutzungen.

Das Modul 4 zeigt exemplarisch die Vorgehensweisen zur Entwicklung, Bewertung vorhandener Ressourcen und Aufnahme immobilienspezifischer Nutzungsanforderungen zu nachhaltigen Nachfolgekonzepten. Das Modul schult die Teilnehmer in der Fähigkeit, das jeweils spezielle Repertoire sinnvoller Nutzungen zu erkennen und zu aktivieren.